Eine Sprache auswendig lernen?


Vokabeln und Grammatikregeln sind bei Sprachschülern oft verhasst, denn angeblich hilft da nur Auswendiglernen. Das ist nicht nur sehr demotivierend, sondern auch schlichtweg nicht richtig. Hier erfahren Sie, wie Sie mit den passenden Lerntechniken selbst als echter „Vokabelmuffel“ effektiv lernen können.

Wer sich aus Lust und Laune dafür entscheidet, eine neue Sprache zu lernen, der geht meist mit sehr viel Motivation an die Sache heran. Ist es aber dagegen aus beruflichen Gründen oder für das Studium nötig, die eigenen Sprachkenntnisse zu erweitern, sieht das leider oft anders aus. Der Druck, die Sprache lernen zu müssen, ist in den meisten Fällen Gift für die Motivation. Und dann steht man auch noch vor einem Berg an Vokabeln und Grammatikregeln, die man auswendig lernen muss – das ist noch ein zusätzlicher Motivationsdämpfer, der es schwer macht, mit dem nötigen Elan ans Lernen heranzugehen.

Für das zweite Problem gibt es allerdings eine Lösung, denn mit der richtigen Herangehensweise und ein paar Tricks fällt das Auswendiglernen auf einmal gar nicht mehr so schwer. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihrem Erinnerungsvermögen in Sachen Vokabeln und Grammatik ein wenig auf die Sprünge helfen können.

Wieso fällt das Sprachenlernen oft so schwer?

Wenn wir darüber sprechen, welche Probleme es beim Erlernen einer Sprache gibt, darf das Thema Auswendiglernen auf keinen Fall fehlen – denn diese altgediente Lerntechnik gehört in der Schule und auch in vielen Sprachkursen fest zum Programm. Ob Vokabellisten oder Merkblätter mit Grammatikregeln, beim Sprachenlernen gibt es immer wieder Informationen, die man sich durch stumpfes Auswendiglernen aneignen soll. Das ist allerdings bei den Allermeisten keine sehr effektive Vorgehensweise, sodass der Lernerfolg häufig ganz ausbleibt oder bestenfalls bescheiden ausfällt. Das wiederum wirkt sehr demotivierend, denn man hat – durchaus zurecht – das Gefühl, dass es nicht vorangeht. Meist klappt es dann noch schlechter mit dem Auswendiglernen und man gerät schnell in einen Teufelskreis aus ineffizientem Lernen und fehlendem Erfolg, der das ganze Projekt „Sprache lernen“ kaputtmachen kann.

Wer so etwas schon in der Schule beim ersten „echten“ Kontakt mit einer Fremdsprache erfährt, ist oft ein Leben lang davon gezeichnet. Die Betroffenen glauben, sie wären kein „Sprach-Typ“ und hätten kein Talent für Fremdsprachen. Die Folge ist leider viel zu oft, dass jeglicher Kontakt mit Fremdsprache minimiert wird, um sich keine Blöße zu geben oder wieder frustrierende Erfahrungen machen zu müssen.

Dabei ist diese Angst eigentlich völlig unbegründet, denn mit den richtigen Lerntechniken kann es jeder schaffen, selbst umfangreiche Listen mit Grammatikregeln oder Vokabeln zu lernen. Ganz abgesehen davon ist das Auswendiglernen auch nicht die einzige Möglichkeit, sich Vokabeln oder Sprachregeln anzueignen – aber dazu am Ende mehr.

Richtiges Lernen statt stupidem Büffeln

Es gibt einige Situationen, in denen es durchaus sinnvoll sein kann, sich durch mehrmaliges Wiederholen eine Information in den Kopf zu pressen. Steht zum Beispiel eine Prüfung an und es gibt ein paar Vokabeln, die Sie sich partout nicht merken können, kann es helfen, wenn Sie sich die Wörter kurz zuvor noch ein paar Mal anschauen. Dann bleiben sie im Kurzzeitgedächtnis und Sie können sie während der Prüfung wiedergeben. Diese Vorgehensweise ist aber nur dann empfehlenswert, wenn es lediglich um ein paar Wörter oder einfache Informationen geht, die Sie einmal kurz abrufen müssen. Denn schon nach der Prüfung wird das Wissen im Normalfall wieder weg sein.

Wollen Sie dagegen langfristig mit Erfolg lernen, ist es nötig, Verbindungen zwischen den Informationen zu schaffen, sodass sie in einen Kontext eingebettet sind. Durch diese Verbindungen kann das Gehirn das Gelernte nämlich sehr viel besser speichern. Inhaltliche Verknüpfungen haben sich dabei als sehr effektiv erwiesen. Wollen Sie zum Beispiel englische Vokabeln lernen, die thematisch mit Strand, Meer, Sonne und Urlaub zu tun haben, streuen Sie ein paar Wörter aus diesen Themenbereichen ein, die Sie bereits kennen. So assoziiert Ihr Gehirn dann etwa „sunlounger“ mit „beach“ und „summer“, sodass Sie sich die Bedeutung des Worts „sunlounger“ besser merken können.

Alternativ können Sie sich auf Eselsbrücken bauen oder die sogenannte „Loci-Methode“ verwenden, um einen Kontext zu schaffen. Eine mögliche Eselsbrücke für das Wort „sundae“ wäre zum Beispiel, dass es sehr ähnlich wie „sun day“ klingt – und einen Eisbecher gibt es eben nur an einem sonnigen Tag. Die Loci-Methode gehört zu den Mnemotechniken, die unter anderem von Gedächtnissportlern verwendet werden, um sich große Mengen an Informationen zu merken. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine erweiterte Form der Eselsbrücke: Sie legen in Ihrem Kopf eine bestimmte Route fest, die Sie gut kennen und auf der es verschiedene markante Punkte gibt. Das kann etwa der tägliche Weg zur Arbeit sein, aber auch eine Sightseeing-Tour durch eine Stadt, die Sie schon mehrfach besucht haben. Wichtig ist vor allem, dass Ihnen die Route sehr vertraut ist, denn bei der Loci-Methode legen Sie entlang der Route Informationsbündel ab, die Sie dann, wenn Sie den Weg erneut abgehen, einfach öffnen und abrufen können. Diese Lerntechnik erfordert natürlich etwas Übung, sie ist aber auch sehr effektiv, wenn Sie sie einmal gemeistert haben. Übrigens: Sie funktioniert besonders gut, wenn Sie mit der Route auch noch eine Geschichte verknüpfen.

Darüber hinaus ist es hilfreich, wenn Sie das Lernen nicht nur auf einen Sinn beschränken, sondern versuchen, mehrere Sinne anzusprechen. Schauen Sie sich eine Vokabelliste also nicht nur an, schreiben Sie die Wörter selbst auf, hören Sie sie sich an und sprechen Sie sie aus. Das hilft dem Gehirn, die Informationen zu verarbeiten und abzuspeichern. Zudem ist es sinnvoll, ein Gefühl für die Sprache aufzubauen, denn dann ergeben sich einige Verknüpfungen ganz von allein. So etwas ist selbstverständlich nicht über Nacht möglich, dafür müssen Sie aber auch keinen großen Aufwand betreiben. Beschäftigen Sie sich einfach regelmäßig mit der Sprache, indem Sie sich etwa Filme und Videos in der Sprache anschauen, Musik hören, einen Brief schreiben oder sich mit einem Muttersprachler ein wenig in der Fremdsprache unterhalten.

Fazit

Wie Sie sehen, gibt es eine Reihe von Techniken, die das Lernen deutlich erleichtern. Und falls Sie gar keine Lust auf Vokabelliste und Grammatikregeln haben, probieren Sie doch mal bei Linguajet die Birkenbihl Methode aus. Bei uns lernen Sie gehirn-gerecht. Durch Zuhören und Mitsprechen können Sie so direkt ein Sprachgefühl entwickeln, das Ihnen nicht nur das Lernen, sondern auch die Anwendung Ihres neuen Sprachwissens erleichtert. Probieren Sie es doch einfach einmal aus und laden Sie sich einen unserer kostenlosen Testkurse herunter!

 

Quellen:

  • https://karrierebibel.de/auswendig-lernen/
  • https://karrierebibel.de/vergessenskurve-ebbinghaus/
  • https://www.uniturm.de/magazin/lerntipps/tipps-zum-auswendiglernen-1377

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