Schöne Sprachen: Warum uns einige Sprachen besser gefallen als andere


Französisch, Spanisch und Italienisch klingen besonders schön. Arabisch jedoch hört sich hart und forsch an. Finden Sie das auch? Oder sehen Sie das völlig anders?

Warum ist es so, dass uns manche Sprachen besser gefallen als andere? Liegt es lediglich an der Aussprache der Wörter? Oder finden wir einfach das schön, was besonders fremd und exotisch in unseren Ohren klingt?

In diesem Artikel entführen wir Sie in die wundervolle Welt der Sprachen. Wir gehen der Frage nach, was schöne Sprachen ausmacht und weshalb sie uns schön erscheinen.

Wenn auch Sie noch überlegen, welche Sprache Sie als Nächstes lernen möchten, dann lassen Sie sich in diesem Artikel von den verschiedenen Besonderheiten von Sprachen inspirieren. Sprachliebhaber finden garantiert Anregungen, um eine neue Sprache zu lernen oder eine Fremdsprache zu vertiefen.

Was wirkt schön – und was weniger?

Kennen Sie das mittlerweile über 2 Millionen Mal aufgerufene YouTube-Video, in dem die deutsche Sprache mit anderen Sprachen verglichen wird?

Darin sprechen Menschen in typischer Landestracht nacheinander die gleichen Begriffe in verschiedenen Sprachen, also zum Beispiel „papillon“ (Französisch), „butterfly“ (Englisch), „farfalla“ (Italienisch) und „mariposa“ (Spanisch). Es folgt ein deutscher Mann – in bayrischer Tracht gekleidet, mit miesepetrigem Gesicht und lauter Stimme –, der den Zuschauern schließlich das Wort „Schmetterling“ entgegenschleudert.

Das Video ist natürlich nicht ganz ernst gemeint. Aber auf humorvolle Art und Weise zeigt es, wie viele Menschen Sprachen wahrnehmen: Während manche Sprachen besonders schön und klangvoll erscheinen, hören sich andere Sprachen härter an.

Hier wird Deutsch also augenzwinkernd als knackige, im Vergleich harte Sprache dargestellt. Doch woher rührt diese Wahrnehmung?

Von Knacklauten und Konsonanten

Allgemein ist festzustellen, dass die deutsche Sprache im Ausland manchmal als schwer zu lernen wahrgenommen wird. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen gibt es all die langen Wörter. Komposita, die aus mehreren Wörtern zusammengesetzt werden und zu so schönen, aber auch verwirrenden Konstruktionen wie zum Beispiel „Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz“ führen. Da kann man glatt vergessen, wie das Wort begann.

Zum anderen ist Deutsch eine Sprache der Konsonanten. Diese bergen nicht nur zu Beginn eines Wortes Probleme für Deutschlernende, sondern auch, wenn sie gehäuft werden. Wörter wie „Strumpf“ oder „ernst“ würden in anderen Sprachen so nicht existieren, denn sie sind ganz anders aufgebaut.

Eine weitere Eigenart ist der deutsche Knacklaut. Dabei werden die Stimmbänder plötzlich geöffnet und Luft entweicht, wie im Wort „Akt“. Andere Sprachen haben diesen Knacklaut nicht.

Deutsche Sprache, schwere Sprache. Aber weniger schön ist sie deshalb nicht, wie die berühmten Dichter und Denker dieses Landes beweisen.

Was aber ist im Unterschied zum Deutschen das Geheimnis derjenigen Sprachen, die von der Mehrheit der Menschen als schön empfunden werden?

Die romanischen Sprachen

Um herauszufinden, warum zum Beispiel Französisch, Spanisch, Italienisch oder Portugiesisch – allesamt romanische Sprachen – als besonders schön empfunden werden, ist ein kurzer Blick auf die Sprachgeschichte nötig.

Die romanischen Sprachen stammen vom Lateinischen ab. Jedoch war nicht das literarische Latein der Ausgangspunkt der romanischen Sprachen, sondern das Vulgärlatein. Dabei hat „vulgär“ hier nichts mit „obszön“ oder „oberflächlich“ zu tun. „Vulgär“ stammt in dieser Bedeutung vom lateinischen „vulgaris“ für „zum Volke gehörig“ ab.

Diese gesprochene Form des Lateinischen hat sich auf dem Weg über Italien, Spanien und Portugal bis nach Frankreich ausgebreitet. Dass sich das Vulgärlatein auf diesem langen Weg verändert hat, ist ganz normal.

Zum Beispiel verschwindet das „s“ für die Kennzeichnung der Mehrzahl immer mehr, je weiter es in Richtung Frankreich geht. Dort wird es nicht mehr betont, es wird lautlos.

Ähnlich verhält es sich mit den sogenannten Verschlusslauten „p“, „t“ und „k“ in manchen Wörtern. Während der deutsche „Freund“ auf Latein der „amicus“ ist, wird im Italienischen der „amico“ draus. Im Spanischen wird das gesprochene „k“ zu einem weichen „g“: „amigo“. Im Französischen verschwindet dieser Laut komplett. Zurück bleibt „ami“. Durch die langsam verschwindenden Konsonanten erscheinen Wörter in unseren Ohren sehr weich und rund und wirken schön.

Doch nicht nur die Vokale bestimmten die Schönheit einer Sprache.

Die Sprachmelodie ist entscheidend

Warum aber haben wir manchmal das Gefühl, dass Franzosen bedächtiger und weicher sprechen, während die Spanier und Italiener sprachlich davonzurennen scheinen?

Das Geheimnis liegt in der Sprachmelodie und der Komplexität der Silben.

Das Französische hat relativ viele Vokale, zudem Nasallaute und dazu eine ausgeprägte Sprachmelodie. Die Sprechenden spielen sehr viel mit Höhen und Tiefen, weshalb es für uns äußerst melodiös klingt.

Auch die Spanier und Italiener haben viele Vokale, doch sie arbeiten weniger mit Höhen und Tiefen in der Stimme. Dazu kommen die einfachen Silben. Deshalb klingen Spanisch und Italienisch für unsere Ohren oftmals stoßhafter und weniger melodiös. Silben können schneller hervorgebracht werden und der Eindruck einer schnellen Sprachsalve entsteht.

Französisch ist romantisch… oder nicht?

Zweifelsohne gilt Französisch für viele Menschen als die romantische Sprache schlechthin. Man muss nur an Franzosen denken, die Deutsch mit einem französischen Akzent sprechen. Unsere Sprache wirkt direkt viel weicher und eleganter.

Nicht zuletzt romantische Liebesfilme und die Verklärung von Paris als „Stadt der Liebe“ sorgen dafür, dass diese Sprache einen besonders hohen Stellenwert hat, wenn es um die Kategorie Romantik geht.

Doch nicht jeder sieht das so. Arthur Schopenhauer war ein deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer und beschäftigte sich mit der Ästhetik von Sprachen. Er konnte dem Französischen zum Beispiel nicht viel abgewinnen: Er befand, dass es eine der weniger schönen romanischen Sprachen sei und sich nicht für Liebeserklärungen eigne.

Das sehen sicherlich die meisten Sprachenliebhaber anders. Doch Schönheit liegt eben auch im Auge des Betrachters.

Warum klingt Arabisch für uns forsch?

Während also Spanisch, Französisch oder Italienisch für uns melodiös und leicht klingen, kann Arabisch in unseren Ohren forsch und rau klingen. Warum ist das so?

Die einfache Antwort ist der Ort, an dem die meisten Laute gebildet werden. Im Arabischen ist es vornehmlich der Rachen. Der hintere Teil der Zunge wird somit beim Sprechen mehr beansprucht und dadurch entstehen die kehligen Laute. Das ist spannend, aber für viele Sprachlerner schwierig zu lernen.

Der Entstehungsort von Lauten ist also ein Faktor, der die Lernbarkeit, Schönheit und die Exotik einer Fremdsprache bestimmt. Beim Deutschen sind es die Knacklaute, im Arabischen die Rachenlaute und in der sibirischen Minderheitensprache Buryat der kehlige Gesang.

Obwohl manche Sprachen forsch, rau oder kompliziert klingen, kann es genau dieser Faktor sein, der eine Sprache exotisch und schön erscheinen lässt.

Fankultur und Sprache

Sind Sie ein Fan einer fremdsprachigen Band? Vielleicht lieben Sie italienische Klassiker, lesen gerne traditionell japanische Mangas oder mögen Speisen aus aller Welt. Vielleicht hat genau dies Sie schon dazu bewegt, eine Fremdsprache lernen zu wollen.

Auch Fankultur kann somit dazu beitragen, ob wir uns näher mit einer Sprache beschäftigen wollen. Jemand, der gerne orientalische Gerichte isst, kommt schnell mit der dort gesprochenen Sprache in Kontakt. Jemand, der gerne japanische Mangas liest, möchte möglicherweise die Kultur und die Sprache näher kennenlernen.

Wenn Sie auch Ihre fremdsprachigen Lieblingskünstler besser verstehen möchten, warum also nicht gleich deren Sprache lernen? Eine Bereicherung ist es in jedem Falle.

Schönheit vs. Nützlichkeit

Sie werden bemerkt haben, dass in diesem Text die englische Sprache nicht angesprochen wurde.

Englisch jedoch ist als Weltsprache von enormer Wichtigkeit in allen Bereichen: Musik, Film, Wirtschaft, Wissenschaft, Reisen. Man kommt nicht ohne Englisch aus. Dennoch ist sie in vielen Fällen wohl nicht die erste Sprache, die einem einfällt, wenn man an schöne Sprachen denkt.

Die Begründung dafür rührt womöglich von der Nützlichkeit der Sprache her. Englisch ist Weltsprache. Wir sind tagtäglich von ihr umgeben, sie ist auf der Arbeit, in der Popkultur oder in den Nachrichten. Da wir sie – zumindest in den meisten Fällen – viel häufiger hören als andere Sprachen, erscheint sie uns dadurch weniger romantisch oder exotisch. Englisch ist in erster Linie nützlich.

Die Schönheit bestimmt den Lernerfolg …

Nicht zuletzt bewirkt die persönliche Bewertung einer Sprache als schön, ob überhaupt die Bereitschaft vorhanden ist, diese neue Sprache zu lernen.

Die persönliche Einstellung zur Zielsprache ist von enormer Wichtigkeit, wenn sich ein Lernerfolg einstellen soll.

Es ist vor allem dann eine Bereitschaft zum Lernen von Sprachen vorhanden, wenn der Lernende die Sprache auch selbst als schön empfindet und möglicherweise schon vor dem Erlernen eine Bindung zu ihr hat.

… und liegt im Auge des Betrachters

Es gibt natürlich Kriterien, die bewirken, dass viele Deutsche eine bestimmte Sprache als schön empfinden. Die Anzahl und Abfolge von Vokalen und Konsonanten ist dabei ebenso wichtig wie die Sprachmelodie. Schon geringe Unterschiede lassen eine Sprache vollkommen anders auf uns wirken.

Abgesehen davon spielt zum Beispiel auch Fankultur eine große Rolle bei der Sympathie für bestimmte Sprachen. Nicht selten bewirkt eine positive Besetzung einer Sprache, zum Beispiel indem man die Musik schön findet, dass jemand diese Sprache gerne erlernen möchte.

Obwohl all diese Faktoren zum Schönheitsempfinden einer Sprache beitragen, so liegt Schönheit immer auch im Auge des Betrachters. Was für die Ohren der meisten Menschen schön klingt, muss nicht genauso auf alle anderen wirken.

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