Wie Kinder Sprachen lernen – und was wir uns abschauen können


Kinder sind ein wahres Wunder: In den ersten Jahren ihres Lebens wachsen sie nicht nur schnell, sie lernen auch sehr schnell!

Vor allem die eigene Muttersprache lernen die Kleinsten unter uns, ohne auch nur die geringste Ahnung von grammatischen Feinheiten zu haben. Sie scheinen die Sprache einfach mit der Muttermilch aufzusaugen.

Manchmal beneiden wir sogar bilingual aufgewachsene Kinder: Bevor sie überhaupt das Laufen lernen, hören die Kinder die verschiedenen Muttersprachen beider Elternteile und verarbeiten diese so, dass sie beide Sprachen später fehlerfrei sprechen.

Wie aber funktioniert das? Was genau prädestiniert Kinder dafür, Sprachen so gut und schnell zu erlernen? Und das ganz ohne Sprach-CDs, Apps und Karteikärtchen mit Vokabeln? Dieser Artikel wird Ihnen nicht nur zeigen, wie Kinder Sprache entwickeln und lernen. Sie erfahren auch, wie Sie sich dieses Wissen zunutze machen können, um eine neue Fremdsprache leichter zu erlernen.

Der Lernprozess beginnt im Mutterleib

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie ein Kind seine eigene Muttersprache erlernt?

Der Lernprozess beginnt bereits im Mutterleib. In der 22. Schwangerschaftswoche sind Babys schon so weit entwickelt, dass sie hören können. Natürlich werden Umgebungsgeräusche von außen durch das Fruchtwasser im Mutterleib gedämpft, aber Stimmen und Musik kann das Ungeborene schon wahrnehmen. So erkennt es dann auch nach der Geburt die Stimmen seiner Eltern und sogar ihre Sprache.

Schon vor der Geburt lernt das Kind nämlich Prosodie (Sprachrhythmus), Intonation und einzelne Laute. Das haben Forscher anhand der sogenannten „High Sucking Rate“ (HSR), also der Saugrate der Babys, herausgefunden. Dabei spielten die Forscher den Babys ihre Muttersprache vor, bis sie sich an die einzelnen Phoneme (Laute) gewöhnten. Wenn sie anschließend eine andere Sprache mit anderen Lauten vorspielten, nuckelten die Säuglinge stärker am Schnuller, was auf eine erhöhte Aufmerksamkeit hindeutete.

Das beweist, dass Säuglinge bereits ihre eigene Sprache erkennen, ohne selbst nur ein Wort zu sprechen. Beeindruckend, nicht wahr?

Kommunikation durch Schreien

Egal, ob bei den eigenen Kindern oder in der Straßenbahn: Jeder von uns hat schon einmal erlebt, dass ein kleines Baby aus vollster Kehle geschrien hat.

Das ist die Art und Weise eines Neugeborenen, mit seiner Umwelt zu kommunizieren. Natürlich hat das Schreien nicht immer die gleiche Bedeutung: es kann Ausdruck von Schmerz, Hunger oder einfach nur ein Wunsch nach Aufmerksamkeit sein. Was für unsere Ohren betäubend sein kann, ist für Babys das Trainieren ihrer Stimmbänder.

Bereits ab der sechsten Woche kommen vereinzeltes Glucksen, Jauchzen und Gurgeln hinzu. Es sind spontane Laute, die das Kind produziert, ohne aber tatsächlich zu sprechen.

In dieser Phase helfen Eltern und andere Personen dem Kind unbewusst dabei, sprachliche Strukturen langsam zu erkennen: Der sogenannte „Baby-Talk“, also das bewusst langsame Sprechen mit Babys in einer hohen Tonlage mit vielen Wortwiederholungen, hilft ihnen, die Regeln der Sprache langsam herauszufinden. Wenn auch noch Begriffe mit Gegenständen verbunden werden, lernt das Kind, sprachliche Konzepte im Gehirn zu entwickeln.

Lallend zu den ersten Wörtern

Ab dem sechsten Monat fangen Babys an, zu lallen. Einzelne Laute werden so zu Silben zusammengefügt, wie zum Beispiel „baba“ oder „dada“.

So kann es dann auch passieren, dass die Kleinen das erste Mal das Wort „Mama“ sagen. Das heißt jedoch nicht immer, dass sie wissen, was die Wörter bedeuten. Erst, wenn das Kind nur für die eigene Mutter das Wort „Mama“ benutzt, ist sicher, dass es die Bedeutung kennt.

Kinder lallen übrigens in jeder Sprache gleich. Erst wenn sie weiter heranwachsen, passen sie sich ihrer Umgebungssprache an.

Auch Kinder, die taub sind, lallen. Wenn sie von Geburt an die Gebärdensprache lernen, lallen die Babys mittel Gebärden. Sie wiederholen dann einzelne Gesten, statt wie bei normal hörenden Kindern einzelne Silben.

Von der Einwort- zur Mehrwortphase…

Zwischen zehn und zwölf Monaten sagen Kinder ihr erstes Wort. Das Kind bildet Konzepte und kann so den Dingen einen Namen zuordnen.

Dabei passiert es aber auch häufig, dass zum Beispiel alles, was sich bewegt, ein Hund ist. Erst mit der Zeit lernt das Kind, zu differenzieren.

Dem Kind fehlt auch noch die Fähigkeit, ganze Sätze zu bilden. In der Mehrwortphase können die Verbindungen von einem Substantiv mit einem Verb mehrere Bedeutungen haben: „Bärchen haben“ kann bedeuten, dass das Kind das Bärchen haben möchte oder dass sein Bärchen etwas haben möchte.

… und schnell zu den ersten Sätzen

Bald schon bilden Kinder die ersten Sätze. Neue Wörter werden ab diesem Zeitpunkt schnell gelernt. Nur komplexe grammatische Strukturen sind noch ein Hindernis. Verben bleiben am Anfang zumeist im Infinitiv, bevor Kinder beginnen, sie zu beugen.

Aber auch dann fallen unregelmäßige Vergangenheitsformen schwer. Wenn es „sagte“ heißt, dann muss es doch auch „esste“ oder „trinkte“ heißen!? Für Eltern sind solche Wortneuschöpfungen mitunter sehr amüsant.

Mit der Zeit lernt das Kind aber auch diese Formen, bis es im Alter von neun bis elf Jahren sprachlich schließlich auch die komplexesten grammatischen Regeln anwenden kann.

Wann aber lernt ein Kind Fremdsprachen am besten – vor allem, wenn es bereits mit der Muttersprache genug zu tun hat?

Bilinguale Sprachenwunder

Ist es nicht beneidenswert, auf bilinguale Kinder zu treffen, die ohne Probleme zwischen zwei Sprachen wechseln können? Sie können zwei Sprachen fließend und ohne Akzent sprechen.

Das Nuckelexperiment, das oben beschrieben wurde, lässt darauf schließen, dass Babys Fremdsprachen bereits durch Intonation und verschiedene Phoneme unterscheiden können. Das Gehirn kommt multilingual zur Welt – und spezialisiert sich schließlich auf die Muttersprache. Je älter Kinder werden, desto schlechter können sie die ihnen vorgegebenen Phoneme unterscheiden.

Bilingual aufgewachsene Kinder scheinen sich auf zwei Sprachen zu spezialisieren, weswegen der Wechsel ihnen später sehr leicht fällt. Entscheidend dabei ist, dass ihr Gehirn beide Sprachen von Anfang an lernt.

Das Gehirn – ein neuronales Netzwerk

Es gibt eine Periode, die ungefähr bis zum vierten Lebensjahr andauert, in der das kindliche Gehirn besonders aufnahmefähig ist. Bis dahin entwickeln sich im Gehirn die neuronalen Netze, die auch für den Spracherwerb zuständig sind.

Danach ist das Sprachenlernen natürlich auch möglich, doch ab da muss für jede Sprache erst ein neues neuronales Netzwerk angelegt werden – und das ist beschwerlicher als das bereits bestehende zu nutzen.

Das erklärt, warum bilingual aufgewachsene Kinder zwei Sprachen so gut lernen können – und warum es vielen von ihnen später leichter fällt, neue Sprachen zu lernen.

Wenn Sie jedoch denken, dass für Sie der Zug abgefahren ist, um neue Sprachen leicht zu lernen, dann täuschen Sie sich!

Sprachen lernen durch das Lernen von den Kleinsten

Verzagen Sie nicht, wenn Sie nicht zweisprachig aufgewachsen sind. „Es klappt doch nie, dass ich eine Sprache so spielerisch einfach lerne, wie ein Kind“, denken Sie sich vielleicht. Wenn Sie sich aber das zunutze machen, was Sie über das Sprachenlernen bei Kindern erfahren haben, dann können auch Sie spielerisch eine neue Sprache lernen.

Vergessen Sie, dass es zum Sprachenlernen notwendig ist, stundenlang Vokabeln zu pauken und Grammatikregeln zu verinnerlichen.

Die bei Linguajet angewandte Birkenbihl-Methode nutzt die genannten Erkenntnisse der neuronalen Forschung.

Gehirngerecht lernen

Mit Linguajet lernen Sie eine Sprache, wie auch Kinder ihre Sprache lernen. In einem ersten Schritt machen Sie sich mit einer Textpassage vertraut, die Wort für Wort ins Deutsche übersetzt wird.

Dabei hören Sie den fremdsprachigen Text mehrmals. Wörter und ihre Aussprache werden so langsam verinnerlicht.

Wenn Sie schließlich alle Wörter kennen, lassen Sie den Text im Hintergrund laufen. Dabei können Sie tun, was Sie wollen – Fahrrad fahren, putzen oder kochen.

Dadurch, dass Sie die Texte immer wieder hören, prägt sich der Klang der Wörter in Ihrem Unterbewusstsein ein.

Fast wie ein Sprachaufenthalt

Sie werden staunen, wie einfach und schnell Sie eine neue Sprache auf diese Weise lernen. Was Kindern hilft – Wiederholung, deutliches Sprechen und Sprachrhythmus – kann für Erwachsene schließlich auch nicht schaden!

Wie bei einem Sprachenaufenthalt lernen Sie neue Begriffe, Sätze und Aussprache durch Zuhören. Im Gehirn werden somit neue neuronale Netzwerke gebildet, die – wie wir gelernt haben – für das Erlernen neuer Sprachen notwendig sind.

Vokabelpauken, wie Sie es aus dem Fremdsprachenunterricht an der Schule kennen, gehört somit der Vergangenheit an.

Die Eulen sind noch nicht verflogen – lernen Sie eine neue Sprache!

Vielleicht überlegen Sie schon länger, ob Sie Ihr eingerostetes Französisch auffrischen sollen oder ob Sie es nicht endlich anpacken, Chinesisch zu lernen. Warten Sie nicht länger!

Sie haben gesehen, wie einfach es Kindern fällt, Sprachen zu lernen. Ihre neuronalen Netze sind noch so flexibel, dass eine Fremdsprache fast keinerlei Problem für sie darstellt. Dabei müssen Säuglinge und Kleinkinder keine Vokabeln oder Grammatikregeln pauken: Es funktioniert ganz intuitiv, durch das Hören der Sprache von Menschen aus der Umgebung, durch das Zuordnen von Wörtern zu Gegenständen und durch ständige Wiederholung.

Lernen durch Nachahmung ist somit nicht nur für Kinder äußerst nützlich, sondern auch für Sie.

Diese Art eine Sprache zu lernen, nutzen Sie mit den Angeboten von Linguajet. Machen Sie es wie die Kinder und lernen Sie Englisch, Französisch, Russisch, Kroatisch oder gar Chinesisch auf spielerische Art und Weise. Die Lust am Lernen wird Ihnen so garantiert nicht vergehen.

So werden Sie schon bald zum Fremdsprachenexperten und können sich mit Muttersprachlern unterhalten.

Machen Sie Ihren Sprachtraum wahr!

Sprachen lernen war noch nie so einfach. Beginnen Sie jetzt und überzeugen Sie sich selbst.